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Abwasser auf Abwegen

Wärme aus dem Kanal

Was nach Duschen, Baden, Waschen den Abfluss hinunter gespült wird oder als Kühlwasser aus Industriebetrieben in die Kanalisation gelangt, ist wohltemperiert. Jahresdurchschnittlich 15 Grad Celsius warm. Eine bislang weitgehend ungenutzte Energiequelle mit dem Potenzial, als emissionsarmer und ständig verfügbarer Kostensenker an Tausenden Standorten zum Heizen und Kühlen von Gebäuden eingesetzt zu werden.

Verfahren zur Wärmerückgewinnung aus Abwasser sind vorhanden und bewährt: Mittels Wärmetauscher werden dem Abwasser ca. 2 bis 4 Grad Temperatur entzogen. Eine Wärmepumpe verdichtet die Abwasserwärme anschließend auf 50 bis 70 Grad Celsius. Ausreichend für Heizung und Warmwassergestellung – und unter Berücksichtigung der Vollkosten deutlich preisgünstiger als die herkömmlichen Energielieferanten Öl und Erdgas. In Verbindung mit einem Heizkessel ist die Versorgungssicherheit auch bei Spitzenlasten gewährleistet. Die Kopplung mit einem Blockheizkraftwerk, das neben Wärme Strom erzeugt, ist ebenfalls möglich. Wird die Wärmepumpe im Sommer als Kältemaschine betrieben, kann das Kanalwasser sogar zum Kühlen verwendet werden.

Das Einsatzgebiet für Abwasserwärmepumpen ist groß. Ihre Anwendung rechnet sich für praktisch jede Gemeinde mit mehr als 10.000 Einwohnern und entsprechendem Abwasserfluss. Besonders wirtschaftlich ist die Nutzung für Wärmegroßabnehmer wie Verwaltungsgebäude, Krankenhäuser, Hallenbäder, Schulen und Wohnsiedlungen, aber auch für Industrie und Gewerbe sowie zur Versorgung von Nahwärmenetzen.



Ging man bislang davon aus, dass ca. 5-10 % aller Gebäude mit Abwasserwärme beheizt werden könnten, weiß man heute, dass das Potenzial aufgrund neuer technischer Möglichkeiten sowie angesichts der (energie-)wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weit höher liegt. Je nach Auslegungsvariante erzielt Wärmegewinnung aus Abwasser eine CO2-Reduktion von 40-60 % und eine Einsparung an Primärenergie von 30-40 % (bei bivalenter Auslegung).


Die Wärmerückgewinnung kann bereits im Gebäude, in Schachtbauwerken und Kanälen oder erst am Ablauf der Kläranlage erfolgen. Im Zuge der Kanalerneuerung werden Wärmetauscher häufig schon bei der Fertigung von Kanalisationselementen integriert. Bei Nachrüstungen haben sich Edelstahlplatten, welche auf die Kanalsohle aufgebracht werden, oder separate, überirdische Wärmetauscher bewährt.



e.qua kooperiert eng mit Patentinhabern und Herstellern geeigneter Wärmerückgewinnungsanlagen und treibt eigene und in Partnerschaft entwickelte technische Lösungen und Produkte voran. So können jeder Zielgruppe bedarfsgerechte Verfahren und Systeme zur Nutzung von Abwasserwärme angeboten werden.

 

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Wärme aus Abwasser

Auch im Winter - gut sichtbar am getauten Schnee über dem Kanalverlauf - beträgt die Abwassertemperatur 10-12 Grad Celsius. Damit stellt Schmutzwasser eine ganzjährig nutzbare Wärmequelle dar.